Tillito’s Weblog

Bölkstoff

August 12, 2008 · Kommentar schreiben

Da gabs doch mal was – klar den Comic “Werner”, der Anfangs genauso subversiv war, wie anfänglich auch “OTTO”. Die weitere Entwicklung ist dann auch wieder bei beiden ähnlich. Otto wiederholt sich nun schon seit gefühlten 7.000 Jahren selbst und wird von den Alten und ganz Jungen geliebt. Von den Einen aus Nostalgie und von den Anderen, weil seine Witze für sie neu sind. Werner ist schon seit Jahren Besitz einer Aktiengesellschaft, die sein Zeichner gründete, um mal richtig Kohle zu machen, und ein richtig neues innovatives Buch ist auch schon ewig nicht mehr erschienen.

Ich kann mich noch gut an den ersten Werner-Film erinnern. Damals gab es gerade mal zwei (!) echte Werner Bücher die auch noch nicht zielgruppenorientiert gestaltet waren und deshalb gut.

Der erste Werner-Film hatte eine Mischung aus Realfilm mit Brösel (dem Zeichner) als er selbst und drei Episoden (wohlgemerkt den besten) aus den Büchern. Die Realfilmsache war Mist aber der Zeichntrickteil der Hammer. Wenn man bedenkt, dass der Realfilmanteil wohl nur auf drängen der Filmfirma reinkam, dann hätte man damals schon das Unheil voraussehen müssen.

Aber man war benebelt. Von dem unglaublich köstlichen Bölkstoff, einem Bier, das in langhalsigen Ploppfalschen an der Kinokasse erstanden werden konnte und gar köstlich mundete. Es gab damals einige Gerüchte, Brösel habe sich mit “Flens” (was Werner in den Comics eigentlich trinkt) zerstritten und deshalb seine eigene Marke herausgebracht (Unheil…).

Dennoch, es schmeckte toll, war aber nachdem der Film nicht mehr in den Kinos lief, so gut wie nicht mehr zu erstehen.

Bis heute! Ich war dieser Tage in der Tankstelle meines Vertrauens und sah freudig erregt die kleine Pyramide Bölkstoff im Verkaufsraum aufgetürmt. Nach grob geschätzten 18 Jahren fast soetwas wie eine Offenbarung.

Aber, um nun eine lange Geschichte kurz zu schließen, es schmeckt natürlich nicht mehr wie damals. Mag auch daran liegen, dass die Flaschen nicht mehr langhalsig sind und sehr an ihr Original, das Flensburger, erinnern. 

Und wenn man dann genau hinsieht, erkennt man, dass es sich genau um jenes (lediglich umettiketierte) “Flens” handelt. Schade.

Da wird doch glatt mit meiner jenseits-der-30er-Sentimentalität gespielt!

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